Q11 Seminar: Model United Nations in Oldenburg (2017)

Im Rahmen des P-Seminars Model United Nations von Frau Heimsoeth hatten wir erneut die Möglichkeit, gemeinsam mit 800 anderen Schülerinnen und Schülern, die aus diversen Ländern dafür angereist waren, an einer Politiksimulation in Oldenburg teilzunehmen.

Model United Nations (MUN) ist ein Planspiel, in dem Jugendliche in die Rolle von UN-Abgeordneten schlĂĽpfen und Resolutionen verabschieden. Dabei werden die Teilnehmer fĂĽr internationale Politik sensibilisiert, indem sie diplomatische Verhandlungen und Diskussionen, sowie Lobbyarbeit selbst durchleben.

Die von uns vertretenen Länder waren Afghanistan, Mazedonien, Bahrain, Yemen, und Guinea, die wir in unterschiedlichen Ausschüssen von 50 bis 200 Delegierten vertreten haben. Jeder Ausschuss befasste sich mit verschiedenen Themen, mit denen wir uns zuvor ausgiebig auseinandergesetzt hatten. Die Themen behandelten beispielsweise die Gründung von Schulen in bildungsarmen Ländern, die Stärkung der Rolle der Frau zur Verbesserung des Wirtschaftswachstums, sowie die Erweiterung des weltweiten Internetanschlusses und der Infrastruktur.

Am Montagmorgen, den 29.Mai reisten wir mit der Bahn ins 820km entfernte Oldenburg. Im Anschluss nutzten die SchĂĽlerinnen und SchĂĽler unseres Kurses die freie Zeit, um sich von der Anreise zu erholen und sich fĂĽr die folgenden Tage vorzubereiten.

Am nächsten Tag besuchten wir die Eröffnungszeremonie des Planspiels. Dort wurde die Konferenz allgemein begrüßt und eröffnet und es kamen Gast Redner, die themenorientierte Präsentationen zeigten.

Am Mittwochmorgen gingen wir zum ersten Mal in unsere Ausschüsse, welche überall in der Stadt Oldenburg verteilt waren, woraufhin die Debatten der zugewiesenen Themen begannen. Wie bei der UNO üblich, wurden diese durch „Lobbying“ eröffnet, bei dem die Delegationen versuchen, Unterstützer der eigenen Resolution zu finden, die jeder Delegierte zuhause selbstständig verfasst hatte. Da in den Ausschüssen teilweise 200 Delegationen vertreten waren, dauerte es einige Stunden, bis man genug Befürworter der Resolution überzeugt hatte.

Wichtigste Regeln auf der gesamten Konferenz waren die ausnahmslose Anwendung der englischen Sprache, dass jede Delegation NICHT ihr wirkliches Herkunftsland vertreten durfte, und dass alle Teilnehmer sich nach den geltenden UN-Richtlinien fĂĽr Debatten, wie z.B. die Verwendung der verpflichtenden Redeformeln fĂĽr die parlamentarische Debatte sowie Zwang zu Business-Anziehsachen, verhalten mussten.
 Abgesehen von dem sehr realitätsnahen und strikt eingehaltenen Ablaufplan gibt es   bei MUNs auch Traditionen, die eher der Unterhaltung dienen. Bei Zuspätkommen oder Verwendung einer anderen Sprache als Englisch bekam man beispielsweise „Bestrafungen“, bei denen man unter anderem tanzen und singen musste. In der United Nations Industrial Development Organization (UNIDO) kam es dadurch zum Vortragen des selbst geschriebenen Policy Statements in Form eines Rap-Liedes. Des Weiteren ist es ĂĽblich, dass während den Sitzungen Zettel von Delegierten ausgetauscht werden, um miteinander zu kommunizieren – jedoch nicht immer nur ĂĽber Politisches. Zettel, die dem eigentlichen Zweck nicht entsprachen, kamen in die „Gossip Box“ und wurden später vorgelesen, sehr zum VergnĂĽgen der Anderen.

Am Donnerstag wurden die verschiedenen Resolutionen diskutiert und ĂĽber diese abgestimmt. Wir verbrachten den Abend in einem Club in der Innenstadt auf einer von OLMUN organisierten Party mit den anderen SchĂĽlern, was den letzten Abend perfekt abrundete.

Am Freitag, dem letzten Tag der Konferenz, folgte die Abschlusszeremonie, in der alle Ausschüsse zusammensaßen und die jeweiligen Ausschüsse eine Präsentation über die vergangene Woche vorstellten.

Nach einer sehr erkenntnisreichen und erfolgreichen Woche, in der wir wiederholt miterleben durften, wie Politik im internationalen Rahmen funktioniert, und unser bereits in der Stuttgarter Konferenz erworbenes Wissen vertiefen konnten, können wir die Vorgänge in den Vereinten Nationen nun besser nachvollziehen und auf eine sehr schöne Reise nach Oldenburg zurückschauen.

Emilia Solfrian, Q11